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Oswiecim prägt noch immer…
September 272014

Mich beschäftiget gedanklich immer no das won ich in Auschwitz uf dere Zugsreis is Baltikum erlebt han, immer no, fascht so fescht, dass ich es irgendwie gar nid wett wohr ha, aber ebe so isch es – und es isch jo uf ä gueti Art, dass es mich beiflusst hett zur ganze Thematik Diskriminierig, Usgrenzig und Rassismus.

Ich han dä nochträglich Artikel au mit em Hintergrund no erfasst, well ich ä sehr spannendi und vor allem au sehr idrücklichi Dokumentation im Fernseh über das Thema gseh han und ich unbedingt uf mim Blog, diä Reportage mit eu möchti teile. Ich leg eu das würklich as Herz, nehmed au doch ä gueti Stund emol Ziit und lueged sie eu a. Lohnt sich würklich und regt bestimmt zum Nohdenke a!

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Mein Resümee

Mein Resümee

Schweiz

September 212014

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Ich bin eu jo no äs Resümee vo dä Zugfahrt in Baltikum schuldig. Voilà do chunnts…, ächli mit Verspötig, well immerhin bini jo scho wieder über ä Wuche zrugg i dä gliebte Heimat, aber defür mit Sicherheit.

Wenn ich so uf diä 10 Reisetäg zruggluege und ächli nohsinniere, denn schwirred mir hauptsächlich zwei Ereignis bzw. Erfahrige im Chopf umenand. Bim erschte gohts um eher um öpis, wo mir än bestimmte Herr amene spezielle Ort verzellt hät. Konkret isch es in Auschwitz gsi und dä Maa, isch üsen dütschsprechendi Guide gsi, wo üs dur d’Besichtigung vo dem schaurige Ort mit viel Hintergrundinformatione versorgt hät. Er hett während dänä meh als drü Stunde sehr viel verzellt, aber än Gedanke, wo er mit üs teilt hett, än glaubs sehr persönliche und ihm wichtige Gedanke, als mir grad inere Holzbaragge gstande sind, wo diä Inhaftiere hend müesse in elenden Zueständ wohne, isch mir bis hüt bliebe. Und zwor hett er sehr enthusiastisch und fascht scho verärgeret, dä Usspruch gseit, dass „in jedere Sprooch, d’Dummheit vorhande wäri“, er hett das im Zämähang mit dä Kritzlereie a dä Holzwänd i dene Baragge, wo Bsuecher hinterloh hend, verzellt. Das isch würklich sehr erschreckend, Demuet, Emphatie und Astand fählt eifach äs paar Mensche und das unabhängig vo Religion, Gschlecht oder Kultur. Das loht eim doch wieder dra zwiefle, öb mir überhaupt fähig sind, us Fähler Lehrene chönne szieh ;-( Oberflächlichkeit prägt üseri Konsumgsellschaft i üsere hüttige Ziit doch sehr starch und loht üs sozial verrohe.

Dä anderi Punkt, isch jetzt aber öpis ganz Anders, öpis eher Spannends und nid eso moralisierend. Eifach gseit, hett mich dä mitternächtlich Spurwechsel vo üsem Zugswagon in Brest a dä polnisch-wissrussische Grenze, sehr beidruckt. Hett nie denkt, dass diä ganzi spzeiell Athmosphäre und das unbekannte Ereignis mich irgendwie so fessle chönti. Chans irgendwie gar nid eso richtig mit Wörter erkläre…isch uf jede fall definitiv äs Highlight gsi vo üsere Reis.

Ich bin sehr dankbar, dass äs mir möglich isch söttigi Erlebnis und Erfahrige dörfe z’mache und hoffe, dass es mich au au wiiterhin a Ort uf dere Welt hiverschloht, wo ich für mich persönlich prägendi Lerneffekt chan erfahre.

So das wärs für dä Moment…

PS: Ihr hend sicher gmerkt, dass ich äs neus Layout für min Reiseblog erstellt han, finds recht cool so mit Charte und Georeferenzierig. Doch einiges gfallt mir nonig eso, muess dra nochli schliefe… 😉

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Home sweet home

Home sweet home

Schweiz

September 72014

So jetzt sitze ich wieder i mim eigene Bett und schribä dä letschti Tagesitrag i min Blog zu üsere Zugsreis in Osteuropa bzw. äm Baltikum.

Hüt am Sunntig isch äs eigentlich nume no hauptsächlich drum gange, dass mir wieder zrugg i üses Land chömed. Defür hend mir üs für äs ächli schnellers Transportmittel entschiede und zwor em Flugi. So sind mir am morge früeh ufgstande, händ üs zur Bushaltistell am Bahnhof gmacht und äs „22“ hett üs denn inere halbe Stund an Flughafe vo Riga brocht.

Döte acho, hend mir üses grosse Gepäck ufgeh – welles mir no zuesätzlich hend müesse zahle, so komisch wer reist denn scho nume mit Handgepäck? – sind denn bi dä Schlage vor dä Gepäckkontrolle agstande und hend denn no schnell üsen gescht Obig kaufte Z’Morge haschtig verdruckt, well mer jo kei Flüssigkeite usw. mitinne neh dörf 😉

Chruz vor em „Boarding“ hend mir denn au üses „Gate“ erreicht und hend so pünktlich üsen Flugi noch Züri chönne bestiege. Dä Flug hett rund 2.5 Stund duret und mir hend debi sogar no 1 Stund „gwunne“, dank Ziitverschiebig. Sogar 5 Minuten z’früeh sind mir denn uf schwiizer Bode glandet, hend üses Gepäck vom Band abgholt und sind denn mit modernste SBB-S-Bahn-Wägen (das fühlt sich jo wie gleite a…) hei Richtig „blos ä chlini Stadt“.

Somit wäred üseri Täg uf dere Zugsreis au scho wieder verbi, diä erschte Täg sind no relativ langsam verloge, doch denn isch d`Ziit uh schnell verbi grast. Mir hend mega viel verschiedeni Länder, Kulture und Sitte gseh, mängsmol isch äs glaubs fascht ächli zu schnell gange mit em Sammle vo dene Idrück.

Jetzt muess ich z’erscht Alles ächli setze loh und vor allem ächli usruebe und denn folgt wiä gwohnt zum Schluss äs chlises Resüme.

Bis bald…

Pascal

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Tag der Superlative
September 62014

Gastblogeintrag von Fabian:
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Hüt simmer nochem Ufstoh go Z’Morge poschte, wells im Hostel kei geh hett, da isch ächli kompliziert gsi, wells do kei würklichi Bäckereie git. Nochdem mir üs imne Supermarkt mit so süesse Hüüfe ideckt hend, simmer uf dä Zug Richtig Sigulda – än Usflugsort öpä 50 km vo Riga.

Im Zug hett praktisch nur Wanderer und Velofahrer gha, wo dä glich Plan gha hend wie mir, nämlich diä diverse Sehenswürdigkeiten z‘ Sigulda go aluege. Nochere Stund und Zwanzg Minuten und gfühlte siebetuusig Hält i de Pampa, simmer acho und hend üs als Erschts im Touristenbüro ä schlaui Charte bsorgt. Dank däre hend mir nochher souverän dä Wäg dur d’Parkalage vo Sigulda zu dä einzige Seilbahn vom Baltikum gfunde.

Obwohls Bähnli nu all Stund fahrt, häm mir genau eis verwütscht. S’Fraueli, wo da Bähnli so zäga als Oneman-Show betriebt, hett üs souverän und sicher mit em chline gäle Kabinli über diä einzig Schlucht (erodiert dur dä Fluss Gauja) vo Lettland kutschiert.

Dänä acho, hend mir üs als erschts im chline alte Dörfli vo Krimulda umeglueget, döt häts än alte Landsitz, wo scho chli am Zerbrösmele isch und hüt zutags äs Rehabilitationszentrum beherbergt, und au suscht no vili alti Hüsli (underanderem sogenannte Schwiizer Huus – wieso au immer) z’besichtige geh.

Noch dä erschte zerfallene Burg, simmer uf em einzige lettische Serpentinenweg is Tal abetschalpet. Döt unne hetts nebed enere luute Hauptstross au es paar Höhlene z’gseh geh. Eini devo – Gutmannshöhle – isch di gröscht, ältischti, meistbsuechti und meistverchrizleti Höhli vo Lettland. Naja, so gross und spektakulär isch die jetzt au nid.

Nochemene Ufstieg ufere fascht senkrechte Holzstäge, simmer im nöchste Dörfli Turaida glandet. Döt befindet sichs s’grösste, ältischte, schönschte und meistbsuechteschte Museum vo Lettland. Äs isch äs Feiliechtmuseum, wiä dä Ballenberg, eifach chliner.

Idäm vo Dütsche überrennte Museum hetts au no diä gröschti und wichtigschti Burg vo Lettland gha. Eimol meh hemer döt en Turm bestiege, vo wo mer ä relativ spektakuläri Ussicht übers ganze Flusstal, uf di einzigi Bobbahn, diä einzigi Summerrodelbahn, und es paar blöd winkendi Touriste gha hett. Suscht hett mer au no chönne gogä Bogeschüsse, ä vergamleti Heizig aluege oder dä mit seltsame Grüsch usgstatteti Kerker go ispiziere.

Uf emene Bänkli imene idyllische Park mit kurlige Steiskulpture hemmer nochher Z’Mittaggesse, wo us allne Reschte, wo mer no gha hend, bestande isch – Brot mit Pistaziennutella, Farmerstängel, Tuttifrutti und verbrösmeleti Waffle.

Zum dä Touristenhorde z’entcho, hend mir nochher äs Schliichwägli über ä steile Stäge durab zum Flussufer usgsuecht. Dä achlüssendli Wäg am Fluss entlang dur sumpfgras bewachsni Wälder isch zwor tatsächlich idyllisch gsi, nur simmer leider debi vo unzählige Schnogge gfresse worde.

Am End vo dem qualvolle Wäg simmer zu de vielbefahrene Autobrugg über d’Gauja cho und hend vo döt nomol zum Seilbähnli chönne ufeluege, wo übrigens au diä einzig Möglichkeit zum Bungeejumpe z’Lettland isch.

Bim Ufstieg zu dä nöchste Burg simmer schier vo paar mörderische Mountainbikefahrer überfahre worde. Drufabe hemmer prompt dä richtig Wäg verlore und si drum querfeldein vo hinne illegal (mä hett möse Itritt zahle) is Burgmuseum idrunge. Nochere wiitere Turmbestiegig hemmer nomol uf üsi ganz Wandertour und dä gröschti und ältischti Nationalpark vo Lettland chönne zruggluege.

Underdesse ischs au scho spote Nommitag gsi und drum hend mir üs anes paar cüplitrinkende Hochziitsgäscht verbi uf dä Rückwäg zum Bahnhof gmacht. Döt hemmer noch intensivem Spieschartestudium äs Cola bstellt, well alles Andere nümme verfügbar gsi isch.

Uf dä Heifahrt mit em rumplige Zug hend diä Einte äs chlises Erholigsschlöfli möse mache, diä Andere händ dä Billetfrau mehrerimol s’gliche Kassezettel – Billet – zeiget.

Nochere Duschi im Hostel, hemmer üs denn uf dä Weg ines Z’Nachtrestaurant begeh. Mir sind au promt fündig worde, au wenn alles – Igang, Irichtig, Musig, Spiischarte, Brotchörbli (Cakeform), Getränk (Malzlimonande) – bizli speziell gsi isch. Äs Ässe isch defür gaumenschmeichelnd gsi und bi 20.- € pro Person für Salot, Hauptgang, Dessert, Getränk und Tee, chame nid viel säge…

PS: „Guet gmacht Fabian, danke!“

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Riga wir kommen

Riga wir kommen

Lettland

September 52014

Hüt morge hett üs üsen Wecker sehr früeh scho us em Schlof grisse und zwor churz vor dä Siebni. Mir hend üs denn zügig parat gmacht und sind denn rasch zum Früehstück geilt. D’Madame hett i dä Chuchi scho heftig gwurschtlet und gwirblet, debi usecho isch en Teller voll Erbsli, emene Spiegelei, Schinkeschiebene, Tomaten und Gurke. Uiuiui und das alles scho am früehne Morge für üsen Mage….Mmmmhh fein 😉

Mir sind den au scho gli komplett mit Pack und Sack parat gsi und hend üs denn zum Bahnof gmacht. Dört hett nämlich au scho wieder emol üsen nöchste Zug uf üs gwartet. Üses Fahrtziel isch diä lettisch Hauptstadt Riga gsi.

Üsen Zug hett sich langsam aber stetig dur diä bewaldeti und mit Seen und Sümpf durzogeni Landschaft (isch im morgendliche Liecht und bi strahlendem Sunneschy natürlich sehr idyllisch gsi, amigs hett ab und zu doch mol es chlieses Dörfli gha mit herzige Holzhütte, aber au immer wieder hetts au wieder eher unschöni sowjetischi graui Hochhüserkomplex gha) kämpft und hett noch fascht vier Stund und 218 zruggleite Kilometer hend mir diä Stadt denn au erreicht. Erschte Idruck relativ modern und mit hüpscher Altstadt.

Mir hend usnahmswiis am Bahnhof nid grad wieder es Billet für dä nöchsti Tag chaufe müesse, well grundsätzlich hend mir jo üses Endziel vo üsere Reis dur Nordosteuropa jo demit erreicht. Drum sind mir denn schnurstracks zu üsem vorher buechte Hostel gwanderet und hend au scho üses Doppelzimmer bezieh chönne. Das Hostel isch glaubs mega neu und d’Inhaber sind mega bemüeht dur Fründlichkeit und Zuvorkommenheit ihri Zuekunft als Gastgeber chönne z’sichere.

Zum Z’Mittagesse hend mir üs noch langem hin und her für äs typisch lettischs Restaurant entschiede, zwor ächli tüürer als normal, aber defür authentischi kulinarischi Spiese. Als Vorspies hend mir en Alpen-Salot (Randensalot mit Geissechäs) gha, denn als Hauptgang hät dä Fabian äs Schneehuehn verspiese und ich en Lachs, ah jo und dezue hetts zum Drinke natürlich en Birkesaft geh 😉 Äs meischte isch sehr guet gsi, aber es hett au Gwöhnigsbedürfigs debi gha, vor allem es Z’Trinke.

Frisch gstärcht hend mir üs denn chönne uf d’Besichtigung vo dä Altstadt gmacht – viel verschiedeni historischi Gebäude, Stadtmuur, Pulverturm, Dorm und St. Petri Chirche, dörte sind mir sogar dobe gsi zum ä Ussicht über Riga chönne z’erhasche. Fazit: alles sehr neu und wenig verlotterti Gebäude und Strukturen.

Eigentlich hend mir no uf dä gigantisch hochi Fernsehturm welle, doch leider hend mir irgendwie dä falschi Bus verwütsch und sind so demotiviert vo dere Idee abcho. Ah jo han fascht vergesse z’erwähne, dass do wie in Warschau dä Stalin sini Finger i dä Stadtplanig drinn gha hett, dä unübersehbari Turm do nenn sich aber „Stalins Geburtstagstorte“.

Also simmer denn halt uf dä Märkt gange und hend üs mit Lebensmittel für dä Z’Nacht ideckt – Tomaten, Gurken, Salot, Zwiebeln, Chäs und Brot. Zrugg im Hostel hend mir üs denn Sandwichs baschtlet.

Mit Fotiapparat und Z’Nacht bewaffnet hend mir en Art S-Bahn gnoh um as Meer z’glange, well Riga lieht zwor i dä nöchi vo dä Ostsee, aber ebe nid direkt. Rund 30 Minuten hend mir für diä Hifahrt brucht, aber es hett sich definitv glohnt. Äs Gebiet loh sich folgendermasse vo „landiwärts her“ beschriebe – Sumpf, Fluss, Bahnhof, Shoppingalee, nobli Wohnvillen, Waldstreife und schlussendlich Sandstrand.

Mir hend üseren Endpunkt vo üsere Zugsreis symbolisch mitemene traumhafte Sunneuntergang am Meer chönne zelebriere. So machts doch Spass…

So morn hend mir no en ganze Tag zur Verfüegig und mir hend au scho was usserhalb vo Riga planet, mol luege wie das usechunnt.

PS: Es git doch einigi Unterschied zu Litauen, einersiits tönt lettisch rächt anders, noh meh finnisch und anderersiits hetts do viel meh igwanderetig russischstämmigi Lüüt. Ah jo au wie scho erwähnt isch es recht moderner (Gebäude, Autos und ÖV) als in Litauen und es hett definitiv meh Touristen.

PPS: Also diä drü baltischi Staate usenandzhalte isch mengsmol gar nid eso eifach, das zeit sich scho nume im usspreche vo dä Ländername, gell Fabian 😉

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die Altstadt von Vilnius
September 42014

Kurz noch dä Achtne sind mir hüt Morge us dä Fädere ghüpft und denn im Hostel gogä feini huusgmachti Pfannchueche mit Öpfelmuess und Johannisbeericonfi zum Z’morge gogä gnüsse. Bim Esse hend mir denn no ä Bekanntschaft gmacht mitemene andere Backpacker us Hong Kong, isch en sehr spezielle Typ gsi, aber mir hend em denn trotzdem no üseri vohrige wiisrussischi Rubel (hend no vor luuter Tuusigerzahle wieder emol falsch umgrechnet und vo ihm z’viel verlangt, dä wird au denke diä geldgiirige Schwiizer wieder…) und no es paar Prospekt übergeh, well er anschiinend jetzt au noch Minsk goht. Mir hend en denn no gwarnt, dass es üs nid so mega super toll gfalle het i dere sowjetische Grossstadt 😉

Denn hend mir üsen Tagesrucksack packt und sind use und uf relativ direktem Weg uf en Hügel mit enere historische Burg, vor allem wege dä tolle Ussicht. Es isch würklich mega schön gsi, das natürlich au well mir mol wieder eitle Sunneschy hend dörfe gnüsse – bi dene heitere Liechtverhältnis gseht, doch alles grad viel fründlicher us. Dä Turm hend mir denn gegä es chlises Entgeld au no dörfe bestiege und detä hend mir usegfunde, dass 1989 ä Art Demonstration in Form vonere kilometerlange Menschechetti zwüsched allne drü baltische Staate stattgfunde hett und zwor für ihri Unabhängigkeit gegenüber dä UDSSR.

Dä Abeweg hend mir denn nid z’Fuess sondern mitemene chline Seilbähnli gmacht. Und sind so fascht direkt zum Nationalmuseum cho. Dörte isch vor allem d’Gschicht vom 18. und 19. Jhd. belüchtet worde, und komischerwiis hetts denn grad nochem 1. WK ufghört….hä wieso echt?

Vor em Z’Mittag hend mir denn nomol es Museum bsuecht, aber es sehr ussergwöhlich und zwor hetts sich allem um Energie und Technik drüllet. Mer het ä originali sowjetischi Dampfmaschine zur Elektroerzügig mit Chole oder Gas chönne bestuune. Scho mega idrücklich wie gross, massig und kompliziert sones technischs Ungetüm dazumals gsi isch. Aber erstuunlicherwiis hett mer scho zu dene Ziite sehr unklügelti System baut und agwendet – Stichwort: Abwärmi wiederverwenden.

Im obere Stock hetts für diä junge Bsuecher no än Art Technorama-Spielruum geh, und diä Versüech und Experiment hend natürlich au vo üs müesse teschtet werde, wenn hett mer scho mol d’Möglichkeit ganz ällei sowas uszprobiere!

Diä drü Museumsbsüech hend üs en Idruck vermittlet, dass do in Litauen, d‘ Lüüt sich mega Müeh gebet, sottigi Agebot z’zämastelle und z’ermöglich, sie hend sich mega vielfältigi cooli Sache usdenkt und liebevoll umgsetzt, Chapeau!

Üsen Z’Mittag (mir sind glaubs immer relativ spoot dra mit dem, immer so zwüsched Zwei und Drü am Mittag) hend mir inere Shoppingstroos i dä Altstadt gnemiget und zwor husgmachti Pasta. Äs Esse sich relativ edel dehärcho und au es Ambiete und d’Bedienig isch dementsprechend au so usgfalle und natürlich au d’Priise, aber halt immer no dütlich under em schwiizer Priisniveau.

Än Dessert hett natürlich au nid dörfe fähle und dä hend mir denn in Form vomene Chueche i dä Nochberconfiserie gfunde…mmmmmmhhh mega fein.

Gegä spoote Nomittag hend mir üseri Sightseeingtour wiitergführt und sind so zunere imposante Chile mit aschlüssendem Turm, welä mir au wieder gegä äs chlises Itrittsgeld hend dörfe bestiege. Üseri Uhr hett churz vor em Viertel vor Füfi zeiget und mir sind üs nid sicher gsi öb mir jetzt denn plötzlich vom Gong vo dene grosse Chilegloggene im Turm verschreckt oder gar taub werdet. Und tatsächlich ä chliners Exemplar hett punkt Viertel vor sind Pendel gschwunge. So hend mir üs denkt, denn möchtet mir doch mol luege öb das no luuter goht und hend so 15 Minute no dobe gwartet und denn isch es au scho losgange, bis zu vier grosse Glogge hend mitenand ihres Gelüt fabriziert. Das Ereignis hett mer mit allne Sinn dütlich gspürt und erfahre – d’Ohre hett mer sich müesse zuehebe und es Vibrieren vo dä Holzkonstrucktion, wo diä Glogge befestigt sind, hett mer i sinere Magegrueb au gspürt.

Als Abschluss hend mir denn no dä ganzi Universitäts-Campus inspiziert, mir hend zwor nume no grad ä halbi Stund Ziit gha, aber trotzdem hemmer en Idruck chönne gwünne, wie do es Studentsi so ablauf, vor allem infrastrukturtechnisch gseh – interessanterwiis koexistiert do d’Religion und d’Wüsseschaft mirekt nebedenand, d.h. mer chan am Morge z’erscht in Gottesdienst i dä eigene Uni-Chile und denn direkt in Vorlesigssaal.

Denn hend mir üs au scho wieder uf dä Rückweg zum Hostel mache, hend üses grosse Gepäck gschnappet und sind Richtig Bahnhof tschalpet. Dörte hett nämlich üsen Zug uf Daugavpils (Grenzort in Lettland) gwartet, bzw. mir uf ihn. Es sich denn ä lithauischi Zugskomposition igfahre und an ä Diesellok akopplet worde. Nochdem mir es Billet zeiget händ hend mir denn dörfe istiege und mir sind recht überrascht worde, well dinne hetts usgseh wie imene „Platskartni“ (3. Klass, kompletter Wagon usgstattet mit einzelne Klappbett, ohne getrennti Abteil) vo dä Transsibirische Eisenbahn. Do chömed jo direkt alti Erinnerige wieder hoch 😉

Üseri Fahrt hett denn nur rund 3 Stund duuret und so simmer punkt Zehni am Obig do acho. Hend üses Billet für morn Morge noch Riga bstellt, alles ohni Problem und sogar no ä besseri Zugsverbindig (nid scho 6.25 Uhr, sondern erst 7.33 Uhr – isch glaubs än Regionalzug und drum nid würklich eifach recherchierbar im Vornhernein) als vorher denkt.

PS: D’Receptionistin vo üserem Hotel (tatsächlich es 3-Stern Hotel!) isch ä recht Luschtigi, sie chan glaubs keis einzigs Wort Englisch und seit eifach zu allem „Mh-hm“ 😉

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zurück in die EU

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Weissrussland

September 32014

Churz noch dä Sibni, simmer ufgstande – also ich han diä Nacht wie en Stei gschlofe, bin nid eimol verwachet, bin glaubs mega uf dä Socke gsi vo dä letschte churze Nach – hend üseri Rucksäck wieder packt und hend üs denn uf d’Suechi nochere Möglichkeit für en Z’Morge gmacht, alls im Hostel nüt geh hett.

Doch irgendei Bäckerei finde, isch gar nid so eifach do in Wiisrussland, wiess ehrlich gseit nid was diä Iheimische do am Morge als Stärchig zu sich nehmend, Brot aber eher nid. I dä Nöchi vom Bahnhof, hemmer denn aber immerhin en chlinere Supermarkt gfunde, so chli, dass mir mit üserem grosse Gepäck am Rugge diä ganze Gäng versperrt hend, hend scho einigi bösi Blick defür gärntet.

Im Wartesaal vom Bahnhof hemmer denn üseri Usbüti vertilgt – Brot bestriche mit em polnische Schoggiufstrich, en Art Baisier-Gebäck, Joghurt, Schoggiwaffle mit Confi gfüllt und O-Saft. Isch gar nid emol so schlecht gsi und hett üs so für dä Tag gstärcht.

Am Zehni hend mir üs denn ufs Perron 1 begeh, doch womer üses Billet em Kondikteur anegsteckt hend, hett er üs uf es anders Gleis gschickt, irgendwie gits do am Bahnhof Perrons und Tracks, aber wie das genau funktioniert wiess i nid 😉 Mir hend üsen Zug – gnauer gseit en churze, moderne Regionalzug in Form vomene Thurbo – gfunde und sind fascht als Letschti igstiege, er isch also scho recht guet gfüllt gsi, das vorallem au mit Gepäck, wo im Gang glege isch, well er jo nid würklich ä Ablag defür gha hett, ebe so wie bi üs im Thurbo.

Pünklich hend mir üs denn Richtig Vilnius, dä Hauptstadt vo Litauen, in Bewegig gsetzt. D’Fahrt het rund 3 Stund dure und mir hend durs Zugsfenster d’Landschaft und Städt bzw. Dörfer beguetachtet, und ich emol wieder gfötelet, han ebe no gar nid eso vielmol mini Kamera in Aktion gsetzt – jo also in Minsk hani mi nid würklich getraut, well erstens hani gar nid gwüsst, was mer überhaupt dörf abliechte und was verbote isch, anderersits hett mer üs scho ohni somene Grät i dä Hand komisch gnueg aglueget.

D’Grenzkontrolle isch dur diä wiisrussiche Zöllner relativ schnell und unkompliziert duregführt worde, vo dä litauischen Behörde isch niemert awesend gsi enne a dä Grenze, das hett üs no gwunderet, denn immerhin isch es do jo d’Ussegrenze vo dä EU. Acho in Vilnius, hend mir denn gmerkt, dass anschiinend doch no ä söttigi Grenzkontrolle (inkl. Gepäck) stattfindet, halt eifachd bevor mers Perron verloh han. Äs het mega langi Warteschlangene geh, mir hend üs aber d’Frechheit gstattet und sind ohni Astoh ganz am Rand dure, wells ä chlises Schildli mit dä Ufschrift „EU & CH“ gha het und tatsächlich dä liatuisch Zöllner hett üsen Pass kontrolliert und üs denn duregloh.

Zrugg uf europäischem Bode hemmer am Bahnhof wieder emol es nöchste Billet für morn postet (hett astandslos in englischer Konversation uf Anhieb klappet), neui Währig (liatuischi Lita) us em Bankomat usegloh und sind denn is Hostel gogä ichecke. Dennoch hend mir wieder emol verspötet, aber defür mega fein (imene Vegiresti mit Falafel, Hummus, Fladenbrot und Riis und dezue ä huusgmachti Limonade), äs Z’Mittag gnosse.

Mir hend denn üsen spote Mittag und Obig mit emene Bsuech im sogenannte „Europos Parkas“ (Park mit Kunst) verplanet, doch mir hends nid würklich gschafft dä mit em ÖV z’erreiche, bzw. mir hend denkt, das würdi no sehr schwierig werde diä rund 20 km rechtziitig hinder üs z’bringe, so ganz ohni Ortskentniss und so…

Also hemmer halt üseri zweiti Idee (gogä schwimme imene Wasserpark) i d’Tat umsetze welle, doch dört acho, simmer leider vo verschlossene Tor gstande. Schade, funktioniert nid würklich, was mer so hend welle, denn halt nomol was anderes. Schlussendlich simmer denn imene grosse Ichaufszentrum glandet, dört bin ich churzerhand zum Coiffeur und han mich mol wieder mit Händ und Füess müess probiere erkläre wien ichs öpä möchti. Per Zuefall hend mir denn im Shopping no en ganze Stapel vo Schuelbüechli gfunde, do goht mer anschiinend diä im Supermarkt gogä poschte, und vo dene hend üs natürlich d’Geographie-Heftli am meischte interessiert, so starch, dass mer gard zwei Exemplar mit ganz vielne Chartene und Diagramm hend müesse poschte. Also d’Ufmachig isch recht profesionell gsi, hett üs recht beidruckt, nid numme d’Schwiizer hend kartographisch öpis druf.

Dennoch hend mir dä Film „Lucy“ im interne Multikino glueget, zum Glück lohnt sich es synchronisiere uf Litauisch nid würklich und so isch er in Originalton gloffe, eifachd bi einige Filmpassage (Chinesisch), hett üs dä englisch Untertitel gfählt. Fazit: Abstruse Hollywoodblockbaster!

Als Abschluss vo üsem Shoppingmall-Usflog hetts denn no ä Crepe als Z’Nacht geh, also d’Lüüt do sind mega flott und sehr guet druf, das hemmer wieder emol a dä Bedienig i dere Creperia festgestellt und au scho bi andere Glegeheite.

So morn gits denn do in Vilnius Sightseeing i dä grösste Altstad vo Osteuropa!

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Kommunismus lässt grüssen…
September 22014

Grad öpä um Mitternacht hets bi üsem Zugsabteil a dä Tür klopfet, und d’Stimm vo üsere Zugsbegleiterin hett verluute loh, dass jetzt denn gli diä polnisch Passkontrolle stattfinde würde. Also no einige wartende Minute, isch denn würklich emol öpert cho und denn üseri Päss welle gseh und welle wüsse so denn anegoht – diä stattlich Statur vo dem polnische Zöllner hett doch irgendwie igschüchteret, doch es Smile üserersiits, hett au sini Mimik entspannt 😉 Alles guet, mir chönd wiiter….

So jetzt chömmer also wieder aneliegge und wiiterpfuuse, jo denkste, jetzt chunnt, doch au gli no diä wiisrussisch Kontrolle und tatsächlich öpä so um diä Eis, hett es gliche Prozedere wiederholt statt gfunde, nume jetzt mit andere Protagonisten – än Zöllner, wo üs noch em Ziel und en Pass bzw. Ireiseformular gfrooget hett und beidi Sache sograd igsammlet het um äs mitemene Stempel z’verseh i sim Zollhüüsli und druffolgend no ä jungi Zöllnerin, wo üs nochem Gepäck gfrooget hett (in erstunlich guetem Englisch) – Alkohol, Drogen, Zigaretten und Waffen debi? Nein!

So jetzt hend mir doch endlich gschafft, sie hend üs noch Wiisrussland ireise loh und so simmer i dä Grenzstadt Brest acho. So jetzt no gschwind d’Ziit umstelle (+1h) und denn endlich dä nötig Schlof erhasche. Okaj, jetzt simmer also selbe gschuld gsi, dass mir hüt dä ganzi Tag müed gsi sind, well äs „Spektakel“ vom Rädliwächsle (well Unterschiid bestönd bezüglich Gleisabständ) a üsem Zug, hend mir au trotz tüüfer Nacht nid welle entgoh loh. Und so sind mir jetzt genau im Bilde, wie sowas vo Afang bis Endi ablauft – 1. ifahre mit em Zug inefahre ine Halle, 2. löse vo Art Schrubene, wos Rädli am Wagon festhaltet, 3. mittels Lift dä ganzi Wagon einigi Meter ahebe, 4. diä „alte“ Rädli unnedure wegschiebe, 5. diä „neue“ Rädli aneschiebe und genau ipasse, 6. Wagon wieder abeloh, 7. d’Schrube als Verbindig wieder anemeche. Uff isch das müehsam, ziitraubend und schweri körperlichi Arbet. Was für en Ufwand, do wäri doch es Umstiege inen andere Wagon mit passende Rädli viel eifacher! Weiss nid wieso, dennoch, das so praktiziert wird…?

Am Morge am Vieri, simmer denn schliesslich doch no igschlummeret, doch erholsam isch dä Schlof doch nid würklich gsi, well mängsmols simmer so schnell und ruppig gfahre, dass doch scho bald denkt han, mir verlühred üseri ebe grad neu montiere Rädli wieder!

Doch glücklicherwiis sind mir mit nume 10 Minute Verspötig do in Minsk acho. So jetzt z’erscht neus Geld abhebe und denn es wiiteri Zugsbillet poschte. Gesagt getan, aber nume leider nid eso easy, wie ghofft, aber das sind mir üs jo eigentlich gwöhnt vo üseri Transsib-Reis. Rund 1.5 Mio Rubel, hend mir für üseri bevorstehendi Ziit do in Wiirussland abghobe, jo genau 1.5 MILLIONEN, unglaublich nid wohr. Dä horrendi tüüfe Währigswert (1 CHF = ca. 10’000 Rubel) und d’Inflation do i dem Land sind würklich sehr froogwürdig.

Das mit em neue Zugsbillet hett sich also au als Geduldsprob erwiise. Diä erschti Verchaufsdame hett üs welle klarmache, dass es morn kei Platz meh frei hett im Zug für üses nöchste Ziel, jo supi, sicher, das chan gar nid si, well denn würdi üses Transitvisum (48h gültig) jo eifach so ablaufe und mir „gfange“ si do i dem komunnistisch aghuchte Land – unvorstellbar. Doch trotz Überraschig wege dere unerwartete Antwort, isch üs denn aber gli wieder igfalle, dass mir jo scho bi dä SBB ä Sitzplatzregistrierig glöst hend für diä morgig Verbindig. Also das muess demfall nid dä Tatsache entspreche. Wo mir dä entsprechendi SBB-Fakel vorgleit hend, hetts denn plötzlich gheisse, mir sölled doch use us em Bahnhof über d’Stross ines anders Gebäude. Hä, was söll jetzt das wieder, dört usse chan üs doch sichert niemert wiiterhelfe! Grrr…! Also hend mirs doch nomol im Bahnhof selber probiert, binere Informationsuskunft, doch au diä Dame hett üs nid würklich verstande, was mir hend welle – dä Zug fahri uf Perron 2 ab. Jo supi, das isch üs im Moment no glich, ohni würklichs Billet.

Also hemmer halt doch üses Glück usserhalb vom eigentliche Bahnhof probiert und siehe da es hett doch no klappet, mir hend es Billet. Aber üses scho glöste Billet vo dä SBB für es Teilstuck vo dere Strecki, chan sie nid iberechne und mir sölled das i dä Schwiiz denn rückerstatte loh – das klappet sicherlich, mir hend jo extra uf dä Billetrücksite en kyrillisch beschriftete Stempel becho. (Spöter hemmer usegfunde dank emene Reiseführerheftli, dass es sich bi dem andere Gebäude anschiinend um dä alti Bahnhof handlet und mer dört für internationali Verbindige vorstellig werde muess…).

Denn hend mir üs endlich uf dä Weg zum Hostel mache, mit dä Metro und es paar Schritt hend mir das au bald erreicht, ohni üs z’fescht verirre. Dä Bezug vo üsem Zimmer hett sich denn au wieder so gstaltet, dass es fascht im Chaos gändet hetti – anschiined falschi Buechig usw. Aber schlussendlich alles doch no guet gange.

Well üsen hüttig Z’morge wege dem Trubel undergange isch, hend üs üseri Büch bald gmeldet und so simmer zur Hauptstross vo Minsk und hend es Kafi (wiä in Russland eher es Restaurant) gsuecht und gfunde – äs hett irgendwelchi Härdöpfelküechli geh entweder mit Pilz oder mit Fleisch. Nid würklich umwerfend, aber ok.

Es Sightseeing i dere Stadt, hett üs leider au nid grad us dä Socke ghaue, schön isch es do nid würklich, aber spannend und andersartig uf jede Fall! Alles sehr strikt greglet, ächli verwahrlost und doch en Tupfe vo Modernität, galube das Land lieht bald voremene Umbruch, politisch, gsellschaftlich und au wirtschaftlich. Äs Wetter hett übrigens sin Biitrag no dezue gleistet, sehr chüehl und bedeckt dä ganzi Tag 🙁

Üsen Versuech en Obigunderhaltig z’organisiere, isch also denn au no kläglich gscheiteret, weder Theater, Opere, Ballet oder Zirkus hend hüt Obig irgendeini Vorstellig, erscht wieder ab Endi Monät – wohl Summerpause, oder so?

Drum simmer denn halt zrugg is Hostel und hend so guet wiä möglich üseri wiiteri Reis planet, well wie scho erwähnt, voll fit sind mir zu dere Stund also nümme gsi. Aber schlofe, hemmer nid scho welle zu dere früehne Obigstund.

Fürs Nachtesse simmer denn nomol use uf d’Stross und hend üs es paar spanischi Tapas gönnt, so als Art Bettmümpfeli.

So jetzt heisst es so viel Schlof wie möglich johzhole für diä wiitere Täg, well es lieht no einiges vor üs, au zugsverbindigstechnisch bezüglich Nachtzug und Umstiege uf üs, also guet Nacht!

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Warschau

Warschau

Polen

September 12014

Gescht (bzw. scho noch Mitternacht gsi, also hüt) Obig simmer relativ spoot is Bett cho und drum hend mir mol denkt, dass mir emol ächli usschlofed und so simmer erscht noch dä Achti us dä Federe cho. Noch em feine Z’Morge – es isch i üsen Hostel fascht wie i dä eigene vier Wänd gsi, well es isch glaubs eifach ä Mietwohnig gsi, wo umfunktioniert worde isch zu Hostelzimmer – hend mir üs denn z’erscht uf zum Hauptbahnhof gmacht um üses Gepäck i’zschlüsse, damit mir weniger Lascht für äs Sightseeing hend müesse buggle.

Üsen erschte Alaufspunkt isch dä „Stalins Penis“ gogä bestiege, ok so pervers wies jetzt im erste Moment tönt isch es also nid gsi, es handlet sich eifach um en riise grosse sowjetische Kunstpalast, wo d’Pole em Stalin z’verdanke hend, er isch glaubs 1955 fertiggstellt worde. Es segi dä schönschti Ussichtspunkt über Warschau, vorallem, well mer döte obe uf em Turm, das gruusige Gebäude nümme gseht – ihr merket, das Gebäude isch do eher umstritte. Es Prozedere zum ufecho, hett scho fascht a russischi Verhältnis erinneret, d.h. mega kompliziert – 1. usefinde, wo mer es Billet bechunnt, 2. Gepäck irgendwo imene guet versteckte Schlüssfach lagere, 3. bi de Billetfrau duregoh, 4. bim Lift uf d’Liftfrau warte, wo eim ufechauffiert. Uff, endlich gschafft… 😉 Aber, es hett sich glohnt, d’Ussicht isch doch recht idrücklich gsi.

Wieder 30 Stockwerk tüfer, hend mir üs denn mit em Tram zum Museum über dä Warschauer Ustand gmacht, uf em Weg sind üs immer wieder jungi Manne und Fraue in Krawatte und Rock begegnet. Mir hend üs langsam gfrooget, wieso die do so edel kleidet gsi sind. Em Fabian sini Theorie hend sich um en mögliche Fiirtig (75-Jahr Jubiläum des Ausbruch des 2. WK) oder um en mögliche Studienafang do a dä Warschauer Universität dreit. Was es also tatsächlich uf sich gha het, hemmer verständlicherwiis nid üsegfunde.

Acho bim Museum, hend mir üs denn es Billet kauft (das hett also fascht Usmasse vomene A4-Blatt gmesse) und dezue no en Audioguide uf Dütsch, damit mir au druschömed, was do für historischi Fakte präsentiert werdet. Noch em 36. Audiostückli und rund 2 Stunde, hend mir denn langsam denkt, dass mir üs jetzt gnueg mit Vergangenem wiiterbildet hend und sind so Wieder richtig Usgang.

Mit em Trämli isch es denn Richtig Altstadt gange, ok alt chan mer dä Stadtteil jo nid würklich nenne, well während em 2. WK, isch jo alles komplett zerstört worde, z’erscht vo dä Düütsche und denn vo dä Sowjets. Dörte hend mir denn inere Trattoria en spote Z’Mittag ignoh (Bruscetta, Rucolasaloot, Pasta und Gnocchi), isch mega fein gsi, aber leider nid würklich iheimisch. Was mir i dem Resti no glernt hend isch, wie in Polen d’WC-Türe beschriftet werdet bezüglich Gschlechter. Dä Fabian hett diä richtig Türe verwütsch und mini Assoziation isch denebet glege. Okaj, isch jo au no schwierig, well was stellt jetzt en Kreis oder es Drüegg dar? Ganz eifach, dä Kreis stellt en Toiletterand dar und es Drüegg es Pisoir, also ganz klar, wo Männli und Wiibli anemuess 😉

D‘ Besichtigung vo dä Altstadt hett nochli müesse warte, well z’erscht hend mir em Warschauer Zoo no en Bsuech abgstattet. Dä hett mega viel verschiedeni Tier gha, vo Leue über Giraffe bis hi zu Affe und Wisents. Aber dä Komfort und Uslauf für sini Bewohner hett miner Meinig noh, doch ächli z’wünsche loh.

Zrugg i dä Altstadt hend ir üs denn dä Buuch mit ganz viel Schoggi vollgschlage und zwor im Kafi Wedel – es Trio vo Trinkschoggi (wiisi, Milch- und schwarzi Schoggi) und denzue entweder en Cheesecake oder es Walnussglace mit Karamel und Guetsli. Uff mega fein, aber do bruchts definitiv denoch nüt meh Z’Nacht. Han eigentlich gmeint mir Schwiizer sind Meister im Bereich Schoggi?

Als Abschluss vo üsem Stadtrundgang hend mir denn no en schön kitschige Multimedia-Brunne beguetachtet – springendi Wasserfontäne, farbig belüchtet, und mängsmol sogar mit Beamerprojektione und Musig. Rächt speziell…aber no luschtig.

Uf diä Nüni sind mir denn zrugg zum Bahnhof und hend üses Gepäck gholt und üs ufs Perron 2 begäh, döte isch denn au bald dä Nachtzug noch Minsk, Wiisrussland igfahre und mir sind in russicher Manier igstiege, d.h. bevor mir ine händ chönne, hend mir dä Zugbegleiterinne üses Bilett müesse zeige.

So jetzt sitzet mir grad imene Drüerabteil und dörfet d’Awesenheit vomene alte wiisrussische Grossvater gnüsse, also verstoh tüend mir natürlich nid viel, obwohl er russich schwätzt, aber egal. Es Wichtigst hend mir chönne verzelle, dass mir us dä Schwiiz sind und noch Minsk wänd und dass mir Geographiestudente sind. So jetzt muessi ufhöre schriibä üsen Kolleg gänet wien en Grosse….

Bis morn, hoffe d’Nacht wird ruhig und mir müend nid ufstoh bim Grenzübergang, es Ireiseformular hend mir jo scho usgfüllt.

Nochtrag: Supi, jetzt simmer nume no es Zweite is üsem Abteil, irgendwas hend mir glaubs falsch gmacht, üsen russische Kolleg isch es nümme wohl gsi, er hett zügleg, wieso hemmer nid usegfunde, schade, mir hend üs doch so müeh geh und hend scho es Bett gmacht, dami er chan go pfuuse…komisch.

PPS: Das isch jetzt grad no recht tricky gsi, dä hüttig Blogitrag is WWW z’bringe, so ohni würkliche Internetempfang während em Zugfahre…, aber hett doch klappet, wie ihr gsend, hett eifach u lang duret!

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Fremdenhass und Ideologie
August 312014

Nochere für mich sehr erholsame Nacht und emene eher spärliche Z’Morge (troches Schnittbrot mit Nutella) hend mir üs also uf dä Wäg zunere Gedenkstätte vo dem jüdische Genozid, wo do während em 2. Weltchrieg stattgfunde hett spaziert. Mir hend devo i üsere Underkunft erfahre, es hätt äs Modell und einigi Infotaflene mit Föteli gha. Z’erscht simmer gar nid sicher gsi, öb das nume es planets zuekünftigs Projekt segi, aber sind üs denn sicher gsi, dass es scho realisiert worde isch.

Wo mer denn aber aber a de Fluss anecho sind, hetts wiit und breit kei Azeiche vonere Brugg gha, wo eigentlich sötti dä Zuegang zu dere Gedenkstätte ermöglich. Okaj, also doch falsch denkt, demfall isch das im Fall nume möglichi Zuekunftsmusig…schade.

Denn hemmer üs halt ufgmacht und sind zum Igang vom Auschwitz-Museum und Konzentrationslager. Döte hemmer denn z’erscht mol dörfe hinne astoh, es hett scho relativ viel Lüüt gha zu dere früehne Stund – im Lauf vom Tag hetts denn aber immer meh geh. Was eigentlich jo super isch, denn es zeigt, dass das schwere Erbe nonig in Vergesseheit groote isch – also für eimol besser so viel Bsuecher wie möglich!

Bis am halbi Elfi hemmer denn uf eigeti Fuscht chönne üs i dem Vernichtigslager umeluege. Scho diä erschte Schritt und Idrück hend i mir äs relativ beklemmends Gfühl usglöst, einersiits alles vollkommen unvorstellbar und anderersiits direkt griefbar – hand glaubs dä ganzi Tag zwüsched dene beidne Pol gedanklich und empfindlich gschwanket.

Üseri gführti Tour (mir hend üs als Individualtouriste chönne anere dütsche Führig aschlüsse) isch denn aschlüssend rund 3.5 Stund gange und mir hend unglaublich viel und vorallem sehr detailliert und mängsmol fascht zu plakativ Infos zu dä einzelne Begebenheite becho. Schilderige zum regelrächt industrielle Töte i dä Gaschammere und äs Morde durch dä Pistoleschuss hend mich also beinahe a mini Grenze brocht, muess ich ehrlich zuegeh. Wie chan mer eifach so unbarmherzig und barbarisch si, das isch unverständlich und für mich nid würklich nohvollziehbar.

Bei- und Armprotesene, Brülle, Schueh und Köffere vo dä Ermordete sind regelrächt gstaplet worde und das segi nume en Bruchteil vom Ganze gsi, es sind noch Schätzige rund 1.5 Mio. Mensche i dem Lager zum Opfer gfalle und wieso? Jo wieso? Nume well einigi anschiinend gmeint hend mer chängi do zwüsched wertvollne und minderwerttige Ethnien unterscheide! Sch…, das chan und dörf doch eifach nid si! Wiä chrank isch das!

Än andere Aspekt, wo mir hüt ufgfalle isch dur dä Bsuech do in Auschwitz, isch, dass zwüsched Patriotismus und Nationalsozialismus nume en ganz fiine Unterschiid bestoht und, dass äs unglaublich schnell uf diä eint fanatischi Siite chan falle. Dä Uslöser sind jüdischi Bsuecher gsi, wo in ganze Gruppe dütlich sichtbar ihri Nationalität regelrächt zur Schau gstellt händ – sie hend wiisi Pullover mit Davidstern agha und Fähnli gschwänkt. Ich weiss ich dörf doch eigentlich nid voreilligi Schlüss zieh, aber irgendwie isch mir das schräg inecho. Was möchtet sie anderne Landsanghörige demit sägä? Was isch ihri Absicht, ihren Zweck? Möchtet sie üs demit äs schlechts Gwüsse irede für das was do vor rund 70 Johr mit ihrne Vorfahre passiert isch? Möchtet sie demit bekunde, dass sie jetzt immer no öpis zgueht hend wege däm, dass sie jetzt selber unabrochti Entscheidige treffe und umsetzte dörfed (Stichwort: Israel vs. Palästina)? Oder isch das Ganze doch eifachd nume us Liebi und Stolz zu ihrem Land und ihrere Religion? Ich weiss äs nid, hetti aber gern öpert drufagsproche und gfrooget.

Ich bin eifach dä Meinig, dass söttigi Symbol und Allegorie gföhrlich werde chan und i Fanatismus ende chenti und drum sötti sehr vorsichtig mit sottige Zeiche umgange werde. Was dur söttigi Zeiche au no unvermeidlich passiert, isch dass in erster Linie Gruppenbildig stattfindet, was zwor für diä Zuegehörige unbestritte positiv isch, doch automatisch verbunde demit isch aber au Abgrenzig und no schlimmer Usgrenzig vo Anderne. Was schliesslich wieder än Keil zwüsched üs Mensche triibä chan.

Öb und was mir Mensch us söttigne Schreckenserlebnis und Ziitzüge chönd und au wänd lerne, weiss ich nid, ich han do mini berächtigti Zwiefel, öb am Endi was Positivs debi usechunnt. Well mer muess leider immer wieder vo ähnliche Ereignis, wo i üsere Welt hützugtag passieret, i dä Press lese. Au d‘ Ziit spielt nid grad i d’Hand, wenns drum goht zuekünftigi Lehre drus chönne zieht, well „aus den Augen aus dem Sinn“ isch sprichwörtlich oftmals harti Realität. Ich denke drum, dass dä Mensch es immer und immer wieder schaffe wird, verglichbari zu verurteilendi Handlige uszführe, au wenn scho abermools vorher eigentlich Mahnmool bestande händ.

Noch dä Besichtigung, hend mir üs denn än ächli verspötete Z’Mittag gönnt inere Pizzeria und hend üs denn alsbald scho wieder ufgmacht zum Bahnhof, wo au scho üsen holprige Zug uf Krakau gwartet hett.

In Krakau hemmer denn rund 1 Stund Ziit gha zum Umstiege und so hemmer üs entschiede, üses Gepäck i’zschlüsse und wieder mol turbomössig Sightseeing z’betriibä. Mol, mol nid schlecht diä Stadt, und vor allem do tanzt dä Bär – äs hett mega viel Lüüt gha und alli Läde hend am Sunntig offe gha.

Üsen Intercity noch Warschau, hemmer denn problemlos verwütsch und mit bis zu 160 km/h simmer denn i diä polnischi Hauptstadt düset. Ok, diä neui Schnellbahnstrecki isch jo scho super, aber wenn dä Zug diä erschte und letsche Kilometer doch nume umbumlet, denn isch diä gwunneni Ziitersparnis gli wieder zur Sau 😉

Mit enere Verspötig vo 20 Minute, simmer denn am Bahnhof Centralna um diä Zehni am Obig igfahre und schnurstracks hend mir üs denn zum nöchste Bahnschalter gmacht um üses nöchste Zugsbillet z’chaufe, das hett also erstuunlich eifach klappet, obwohl äs nöchste Reiseziil eher ächli exotisch isch (lönd eu überrasche…). Das aber nume dank emene sehr fründliche polnische Opa, wo super englisch hett chönne und so für üs Dolmetscher gspielt hett – also Polen hett super fründlichi Lüüt.

Okaj, das muesi jetzt grad leider wieder ächli relativiere und zwor simmer uf em Wäg zu üsem Hostel vom Buschauffeur ohni Erklärig eifach anere Art Endhaltistelle regelrecht usegworfe worde. Supi, aber mis Navi uf em iPhone hett adütet, dass mir jetzt no wiiter weg seget vom Hostel, als mir vom Bahnhof weg gsi wäred. Also hemmer doch no müesse üsi Bei i d’Händ neh und mit em schwere Gepäck zu üsere nöchste Underkunft marschiere…schlussendlich hemmer doch no es warms Bett für d’Nacht gfunde.

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durch drei Länder

durch drei Länder

Slowakei, Tschechien & Polen

August 302014

Hüt morge hemmer eigentlich um diä Achti welle ufstoh, doch mir sind scho früehner gweckt worde, einersiits isch es scho mega hell gsi dusse und anderersits hend üseri Zimmernochbere gmeint, so müesstet ihri Zimmertür öpä hundert mol uf- und zueschlo….grrrrr! So simmer halt churz noch dä Sibni scho wach worde und hend üs denn parat zum Z’Morgeesse imene Kafi i de Altstadt vo Bratislava gmacht.

Dusse uf dä Strosse isch aber irgendwie nonig eso viel los gsi um diä Ziit, und dementsprechend isch es au gar nid eso eifach gsi sonen Z’Morge z’organisiere – schliesslich hemmer aber doch no was gfunde in Form vonere Bäckerei mit Sitzmöglichkeite. D’Bedienig hinder dä Theke isch au scho am morge früeh uf Zack gsi und hett üs recht gforderet bim Uswähle vo Brot, Tee und O-Saft. Für üseri schwiizer Art fascht scho zu fescht rüpelhaft und direkt!

Noch dem morgentlich Verpflege, hemmer au no ä Möglichkeit finde müesse üs au während dä bevorstehende Zugsfahrt mit öpis zwüsched d’Zäh vergnüege z’chönne. Au das wiederrum so früeh am Morge nid würklich eifach. Zrugg im Hostel sind üseri siebä Sache packt worde und mir hend üs z’Fuess und mit em Bus Richtig Bahnhof uf gmacht. Dörte acho, hetts endlich mol es paar Lüüt underwägs gha, aha do sind also alli Bratislaver, die wartet uf em Perron, wie mir uf dä Zug 😉

Ein Teil vo dene Menschemasse isch denn uf dä Zug mit dä Koordinaten „Praha-Beograd“ gange. Mir hend aber diä nöchst Wagenkomposition abgwartet, wo üs vo Bratislava über Tschechien is polnische Städtli „Oswiecim“ bringe sötti.

D’Zugsfahrt isch also mitere 10 minütige Verspötig au losgange und zwor z’erscht mit em Eurocity noch Katowice (PL). Für diä Strecki hemmer rund 5 Stund bruucht und sind währenddesse mit Idrück vonere platte Landschaftsebeni mit Dörfli und Äcker i dä Slowakei und denn mit Pinienwälder und hügeligere Wiesenlandschaft in Tschechien belohnt worde.

Plötzlich hemmer denn müesse mit Schrecke feststelle, dass üses Billet doch irgendwie ä anderi Verbindig vorgseh hetti, als mir im Vornherein dank SBB-App usegsuecht händ. Konkret isch dä Underschid im Via-Ort gsi, also mehrere Wege führen nach Rom. D’Verspötig, wo mir nid hend chönne ufhole, hett aber eher für d’SBB-Variante gsproche, well Umstiegeziit vo 5 Minuten isch definitiv zu knapp! Mir hend denn diä polnischi Zugsbegleiterin (jo es isch also do üblich, dass d’Loki, dä Lokführer und d’Zugsbegleitpersonal jewiils a dä Landesgrenzene entsprechend ustuusch wird, obwohl mer immer no im gliche Zug sitzt…) gfrooget öb mir das doch no irgendwie schaffed mit Umstiege und dä Aschlüss im polnische Ort Katowice, bzw. Trzebinia. Sie isch sehr zuvorkommend (jo also ganz unerwartet, so noch dene erste andere Idrück vo de Lüt i dä Slowakei) gsi und hett sich viel Ziit gnoh zum Abkläre und hett schlussendlich gmeint, dä Aschlusszug würdi in Katowice uf üs warte. So isch es denn au gsi und mir hend direkt uf em gliche Perron vom einte in andere Zug vis-a-vis chönne überespringe und es paar Sekunde spöter hemmer üs denn au scho wieder in Bewegig gsetzt – das nenn ich emol komfortabli Umstiegsmöglichkeite! Okaj, ich glaube das isch au nume do möglich, mit weniger dichtem Fahrplan.

Nomol churz was zu dene drü bereiste Länder vo hüt und zwor isch es bi gnauem geografischen Beobachte möglich, ohni Charte und ohni direkte Hiwiis usezfinde, dass mer sich imene spezifische Land befindet. Söttigi Hiwiis sind z.B Gleisbeschaffeheit, nationales Energiekonzept (AT: Windräder, CZ: Solarpanels, PL: Kohlewagons), Freundlichkeit der Leute, Zustand der Infrastruktur und Wohnhäuser usw. Isch also scho no witzig, wie sich europäischi Länder doch no vonenand underscheidet 😉

Üsen folgende Zug vo Katowice noch Trzebinia isch recht altertümlich und fascht scho historisch gsi, und dementsprechend isch au sis Tempo usgfalle, isch glaubs aber au besser so gsi, well bi dene Zentimeter grosse Spält zwüsched dä einzelne Gleisstück, wäre es suscht eifach zu fescht holbrig und au gföhrlich worde. Defür hemmer es Fenster chönne abtue und usluege, wie diä Landschaft, wo würklich no hübsch gsi isch mit vielne farbige Bluemewiese, a üs im Schneggetempo verbizoge isch.

Au äs letschte Umstiege hett in Trzebinia tatellos und in vorher beschriebene Manier riibigslos klappet. So simmer denn churz vor dä Füfnä do in Oswiecim acho, ihr frooget au jetzt sicher hä, was isch denn do so interessant, vo dere Stadt hani, also no nie was ghört. Also ich denke scho, dass ihr die Ortschaft do kennend, doch worhschinlich ebe nume under dä düütsche Übersetzig – Auschwitz.

Üses Billet für morn, wo mir denn wieder wiiterreised, hend mir denn au grad no am Bahnhof postet (hend aber vorher no müesse Geld amene Bakomat bezieh, well mer mit EUROS, do in Polen jo nid würklich wiiterchunnt, do zellt nume dä Zloty), bevor mir denn zunere Übernachtigsmöglichkeit spezieller Art (katholisches Zentrum für Dialog und Gebet, isch aber vo dä Usstattig doch eher es Hotel als ä Chlosteralag) gfahre (mit em Taxi, well mir do mit dä Büs, nid würklich druscho sind und es Taxi eh nume es paar Franke kostet hett) sind.

So jetzt nomol churz zrugg vom Thema Auschwitz und was do vor guet 70 Jahre schrecklichs passiert isch. Ich bin recht gspalte i dä Meinig und weiss nid eso recht öb sonen Ort zunere touristische Sehenswürdigkeit zellt werde sötti, oder doch eher nid. Aber ich finds halt recht wichtig, dass mer sowas nid vergisst und somit söttigi unvorstellbari Gräultate eifach nie meh wiederholt. Öb das ällei durs Wüsse und Dradenke in Zuekunft Ähnlichs verhindere vermag, weiss ich natürlich nid, mer gseht jo zurziit, dass momentan i dä Welt doch au scho wieder Verglichbars (Syrien, Antisemitismus i dä Schwiiz & Urkraine-Konflikt passiert 🙁

Morn gömmer also diä ganzi Alag do gogä besichtige, ich hoffe es chan do doch imene abrochte Rahme stattfinde und nid, dass es inere Art „Disneyland“ oder so usartet, das hanget halt einersiits starch vo dä Bsuecher ab, aber au vo dä Vermittlig vo dä Agstellte do, wo Tourene dureführed. Mol luege, wies eso uf mich wirke wird, chan denn morn Obig meh verzelle.

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Zürich-Wien-Bratislava
August 292014

Gescht Obig spoot (ab Zürich HB, 22.40 Uhr) hemmer dä Nachtzug „Wiener Walzer“ i diä österrichisch Hauptstadt gnoh. Jo ihr hend richtig glese, ich bin wieder emol mit en Zug underwägs am Reisle, wo ane genau verrote aber damol nid – nur sagen viel vo dä Schwiiz us ab Richtig Nordosten -, also löhnd eu doch überrasche und leses fliessig mini Blog-Iträg 😉

Jetzt no churz zu mim Reisegspänli und zwor kenned ihr ihn scho vo üsere gmeinsame Reis mit dä transibirische Iisäbahn, dä Fabian Ringli, wo mit mir am Geographie studiere isch.

Also zrugg zu dä erschte Idrück und Ereigniss vo dem Tag. D’Zugfahrt isch relativ ruhig (es hett i üsem Sechserabteil, wo mit füf Lüüt bsetzt gsi isch, nid öpert gschnarchlet, juhui, han ganz ohni Oropax chönne schloofe, ok bin aber trotzdem einigimol ufgwachet, aber das isch vor allem glaubs am Rüttle vo üsem Wagon glege, muess mi z’erscht wieder dra gwöhne) und riibigslos verlaufe.

So um di Siebni simmer denn relativ wehement vo üsem Zugsbegleiter mit Kafi und Tee (und harte Brötli) gweckt worde, well in guet enere halbe Stund segemer in Wien. En Blick us em Zugsfenster hett strahlende Himmel versproche, juhuiiii…

Acho am Wien Westbahnhof, hemmer dä Plan gha üses Gepäck im Hauptbahnhof izschlüsse, well mir jo denn vo döt us hüt au no wiiter noch Bratislava fahre werdet. Aber denkste do hemmer üseri Rechnig ohni wiener Bauarbeiter gmacht, es hegi im Moment leider kei Möglichkeite i dem Bahnhof Gepäck izschlüsse wege Umbau. Och supi, also wieder zrugg Richtig Westbahnhof zumene andere chlinere Bahof mit Schlüssfächer.

Wo mer denn das greglet gha hend, simmer standesgemäss gogä z’mörgele und zwor im Cafi Sperl (emene sehr gschichtsträchtige Ambiente) und hend üs denoch im Naschmarkt mit lokale (Bio-Brot und Chäs mit Heurinde) und internationale (Baklawa, Pfirsische und türkische Honig) Köstlichkeite für dä Z’Mittag ideckt.

Nochher hemmer glaubs en Rekord im Turbo-Sightseeing ufgstellt – verbi am Karlsplatz zur Hofburg, zum Stephansplatz, 343 Stäge ufe zum Turm vom Stephansdom, Ussicht gnüsse, Föteli schüsse, wieder abe mit Schwindel und Sturm im Chopf, denn aber zur U-Bahn zum Bahnhof, Bratislava-Ticket lösen und uf dä Zug renne….uff, Man oh Mann, das isch glaubs ächli zu schnell gsi. Aber mir hend denn nocher ä gueti Stund Ziit gha üs wieder ächli z’erhole, well diä Zugfahrt i diä slowakisch Hauptstadt hett so lang duuret.

Acho im Bahnhof, hemmer denn grad üses nöchschte Billet für morn löse, aber blöd do chömmer jo gar nüt meh läse oder mit dä Lüüt richtig schwätze. Und so isch es dementsprechend au usecho, mir hend wieder einigi Aläuf brucht bis es denn endlich klappet hett, aber das simmer üs jo scho us em Land vom Putin gwöhnt 😉

Es Sightseeing do in Bratislava, isch denn ächli ruhiger vo statte gange – Altstadt mit vielne katholische Kirchene und Burg uf em Hügel. Irgendwie macht diä Hauptstadt do nid eso en grosse und wirblige Idruck, aber mir hend denn schnell gmerkt, dass es wohl am hüttige Datum lieht – es isch dä SNP-Tag, Tag des slowakischen Nationalaufstandes gegen Nationalsozialisten, 1944. Und morn wäri au no en wiitere Fiirtig, dä Verfassungstag, aber mor simmer denn au scho bald wieder imene nöchste Land, aber das verrote jetzt nonig… lesed morn meh dezue.

Ich han no churz als Abschluss, en churze Gedanke, welle ufgriefe, woni no recht cool finde und zwor, d’Vorstellig, dass es grundsätzlich möglich isch, tuusigi Kilometer zämähangslos mit dä Isäbahn zruggzlegge – äs bestehendi Isäbahn-Netz verbindet also mega viel geograpisch entfernti Ort mitenand….

So, jetzt sitzi grad uf mim Bett do im Hostel in Bratislava und schribä dä Blog-Itrag und verdaue debi üsen spezielle Z’Nacht, wo mer im Restaurant „Savage Garden“ ignoh hend – Chrütli, Blüemli, Fleisch und Chäs.

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