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Fremdenhass und Ideologie

Fremdenhass und Ideologie

Polen

Nochere für mich sehr erholsame Nacht und emene eher spärliche Z’Morge (troches Schnittbrot mit Nutella) hend mir üs also uf dä Wäg zunere Gedenkstätte vo dem jüdische Genozid, wo do während em 2. Weltchrieg stattgfunde hett spaziert. Mir hend devo i üsere Underkunft erfahre, es hätt äs Modell und einigi Infotaflene mit Föteli gha. Z’erscht simmer gar nid sicher gsi, öb das nume es planets zuekünftigs Projekt segi, aber sind üs denn sicher gsi, dass es scho realisiert worde isch.

Wo mer denn aber aber a de Fluss anecho sind, hetts wiit und breit kei Azeiche vonere Brugg gha, wo eigentlich sötti dä Zuegang zu dere Gedenkstätte ermöglich. Okaj, also doch falsch denkt, demfall isch das im Fall nume möglichi Zuekunftsmusig…schade.

Denn hemmer üs halt ufgmacht und sind zum Igang vom Auschwitz-Museum und Konzentrationslager. Döte hemmer denn z’erscht mol dörfe hinne astoh, es hett scho relativ viel Lüüt gha zu dere früehne Stund – im Lauf vom Tag hetts denn aber immer meh geh. Was eigentlich jo super isch, denn es zeigt, dass das schwere Erbe nonig in Vergesseheit groote isch – also für eimol besser so viel Bsuecher wie möglich!

Bis am halbi Elfi hemmer denn uf eigeti Fuscht chönne üs i dem Vernichtigslager umeluege. Scho diä erschte Schritt und Idrück hend i mir äs relativ beklemmends Gfühl usglöst, einersiits alles vollkommen unvorstellbar und anderersiits direkt griefbar – hand glaubs dä ganzi Tag zwüsched dene beidne Pol gedanklich und empfindlich gschwanket.

Üseri gführti Tour (mir hend üs als Individualtouriste chönne anere dütsche Führig aschlüsse) isch denn aschlüssend rund 3.5 Stund gange und mir hend unglaublich viel und vorallem sehr detailliert und mängsmol fascht zu plakativ Infos zu dä einzelne Begebenheite becho. Schilderige zum regelrächt industrielle Töte i dä Gaschammere und äs Morde durch dä Pistoleschuss hend mich also beinahe a mini Grenze brocht, muess ich ehrlich zuegeh. Wie chan mer eifach so unbarmherzig und barbarisch si, das isch unverständlich und für mich nid würklich nohvollziehbar.

Bei- und Armprotesene, Brülle, Schueh und Köffere vo dä Ermordete sind regelrächt gstaplet worde und das segi nume en Bruchteil vom Ganze gsi, es sind noch Schätzige rund 1.5 Mio. Mensche i dem Lager zum Opfer gfalle und wieso? Jo wieso? Nume well einigi anschiinend gmeint hend mer chängi do zwüsched wertvollne und minderwerttige Ethnien unterscheide! Sch…, das chan und dörf doch eifach nid si! Wiä chrank isch das!

Än andere Aspekt, wo mir hüt ufgfalle isch dur dä Bsuech do in Auschwitz, isch, dass zwüsched Patriotismus und Nationalsozialismus nume en ganz fiine Unterschiid bestoht und, dass äs unglaublich schnell uf diä eint fanatischi Siite chan falle. Dä Uslöser sind jüdischi Bsuecher gsi, wo in ganze Gruppe dütlich sichtbar ihri Nationalität regelrächt zur Schau gstellt händ – sie hend wiisi Pullover mit Davidstern agha und Fähnli gschwänkt. Ich weiss ich dörf doch eigentlich nid voreilligi Schlüss zieh, aber irgendwie isch mir das schräg inecho. Was möchtet sie anderne Landsanghörige demit sägä? Was isch ihri Absicht, ihren Zweck? Möchtet sie üs demit äs schlechts Gwüsse irede für das was do vor rund 70 Johr mit ihrne Vorfahre passiert isch? Möchtet sie demit bekunde, dass sie jetzt immer no öpis zgueht hend wege däm, dass sie jetzt selber unabrochti Entscheidige treffe und umsetzte dörfed (Stichwort: Israel vs. Palästina)? Oder isch das Ganze doch eifachd nume us Liebi und Stolz zu ihrem Land und ihrere Religion? Ich weiss äs nid, hetti aber gern öpert drufagsproche und gfrooget.

Ich bin eifach dä Meinig, dass söttigi Symbol und Allegorie gföhrlich werde chan und i Fanatismus ende chenti und drum sötti sehr vorsichtig mit sottige Zeiche umgange werde. Was dur söttigi Zeiche au no unvermeidlich passiert, isch dass in erster Linie Gruppenbildig stattfindet, was zwor für diä Zuegehörige unbestritte positiv isch, doch automatisch verbunde demit isch aber au Abgrenzig und no schlimmer Usgrenzig vo Anderne. Was schliesslich wieder än Keil zwüsched üs Mensche triibä chan.

Öb und was mir Mensch us söttigne Schreckenserlebnis und Ziitzüge chönd und au wänd lerne, weiss ich nid, ich han do mini berächtigti Zwiefel, öb am Endi was Positivs debi usechunnt. Well mer muess leider immer wieder vo ähnliche Ereignis, wo i üsere Welt hützugtag passieret, i dä Press lese. Au d‘ Ziit spielt nid grad i d’Hand, wenns drum goht zuekünftigi Lehre drus chönne zieht, well „aus den Augen aus dem Sinn“ isch sprichwörtlich oftmals harti Realität. Ich denke drum, dass dä Mensch es immer und immer wieder schaffe wird, verglichbari zu verurteilendi Handlige uszführe, au wenn scho abermools vorher eigentlich Mahnmool bestande händ.

Noch dä Besichtigung, hend mir üs denn än ächli verspötete Z’Mittag gönnt inere Pizzeria und hend üs denn alsbald scho wieder ufgmacht zum Bahnhof, wo au scho üsen holprige Zug uf Krakau gwartet hett.

In Krakau hemmer denn rund 1 Stund Ziit gha zum Umstiege und so hemmer üs entschiede, üses Gepäck i’zschlüsse und wieder mol turbomössig Sightseeing z’betriibä. Mol, mol nid schlecht diä Stadt, und vor allem do tanzt dä Bär – äs hett mega viel Lüüt gha und alli Läde hend am Sunntig offe gha.

Üsen Intercity noch Warschau, hemmer denn problemlos verwütsch und mit bis zu 160 km/h simmer denn i diä polnischi Hauptstadt düset. Ok, diä neui Schnellbahnstrecki isch jo scho super, aber wenn dä Zug diä erschte und letsche Kilometer doch nume umbumlet, denn isch diä gwunneni Ziitersparnis gli wieder zur Sau 😉

Mit enere Verspötig vo 20 Minute, simmer denn am Bahnhof Centralna um diä Zehni am Obig igfahre und schnurstracks hend mir üs denn zum nöchste Bahnschalter gmacht um üses nöchste Zugsbillet z’chaufe, das hett also erstuunlich eifach klappet, obwohl äs nöchste Reiseziil eher ächli exotisch isch (lönd eu überrasche…). Das aber nume dank emene sehr fründliche polnische Opa, wo super englisch hett chönne und so für üs Dolmetscher gspielt hett – also Polen hett super fründlichi Lüüt.

Okaj, das muesi jetzt grad leider wieder ächli relativiere und zwor simmer uf em Wäg zu üsem Hostel vom Buschauffeur ohni Erklärig eifach anere Art Endhaltistelle regelrecht usegworfe worde. Supi, aber mis Navi uf em iPhone hett adütet, dass mir jetzt no wiiter weg seget vom Hostel, als mir vom Bahnhof weg gsi wäred. Also hemmer doch no müesse üsi Bei i d’Händ neh und mit em schwere Gepäck zu üsere nöchste Underkunft marschiere…schlussendlich hemmer doch no es warms Bett für d’Nacht gfunde.

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